Projekte

Kryptische Diversität in Micaria pulicaria

Genetische Untersuchungen (DNA Barcoding im GBOL Projekt) haben gezeigt, dass es sich bei der holarktisch weit verbreiteten Plattbauchspinne Micaria pulicaria um einen Komplex mehrerer Arten handelt. In Mitteleuropa lassen sich zwei Arten anhand des COI-Gens, der Färbung, der Genitalmorphologie und der Habitatbindung eindeutig unterscheiden. Die Ergebnisse wurden kürzlich auf dem 30th European Congress of Arachnology in Nottingham und auf dem SARA-Treffen in München vorgestellt.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Peter Michalik am Zoologischen Institut und Museum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald bearbeitet.

 

 

Erweiterte ökologische Bewertung von alternativen Ufersicherungsmaßnahmen an der Aller

Träger des Projektes „Alternative technisch-biologische Ufersicherungen an Binnenwasserstraßen“ ist die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz. Im Vergabeverfahren „Erweiterte ökologische Bewertung von alternativen Ufersicherungsmaßnahmen“ werden alternative technisch-biologische Ufersicherungen (Weidenpflanzungen) mit konventionell gesicherten Ufern, entsteinten Ufern und Auwaldrelikten an Aller, Weser und Main vergleichend betrachtet. Nach einheitlich festgelegtem Transektdesign werden im terrestrischen Bereich auch die Spinnen untersucht. Auftragnehmer für das Los Aller ist das Institut biota. Ich bearbeite als Unterauftragnehmer die Spinnen. Projektlaufzeit ist 2017 bis 2018.

 

MOOSWEIT

Im Frühjahr 2011 wurde bei Rastede (Landkreis Ammerland, Niedersachsen) eine ca. 4 ha große Torfmoos-Kultivierungsfläche angelegt. Wissenschaftliche Begleituntersuchungen zur Entwicklung von Flora und Fauna sollen den naturschutzfachlichen Wert der Fläche dokumentieren und Bewertungen im Vergleich zu naturnahen Mooren ermöglichen. Seit Einrichtung der Fläche (zunächst im Vorgängerprojet MOOSGRÜN) untersuche ich die Sukzession der Artengemeinschaften von Spinnen und Weberknechten. Im ersten Jahr hat sich eine drastische Veränderung des Artenspektrums von Pionierarten hin zu einer Artengemeinschaft hygrophiler Offenlandarten vollzogen. Die Anteile seltener und gefährdeter Arten (Rote Liste) sind kontinuierlich gestiegen. Als Charakterart der Torfmoosrasen hat sich Pirata piscatorius eingestellt. Aktuell steht der Einfluss des Ernteregimes im Vordergrund des Interesses.

Träger des Verbundvorhabens ist das Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

Publikation: MUSTER,C., GAUDIG,G., KREBS,M., JOOSTEN, H. (2015): Sphagnum farming – the promised land for peat bog species? – Biodiversity and Conservation 24, 1989-2009.

 

GBOL (German Barcode of Live)

Seit 2012 arbeite ich als GBOL-Experte bei der Inventarisierung und genetischen Charakterisierung der Spinnentiere Deutschlands mit. Meine Tätigkeit im GBOL-Projekt umfasst neben der Sammlung und Überprüfung von Material auch die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse. Durch meine Sammeltätigkeit im Rahmen dieses Projektes wurde beispielsweise die östlich verbreitete Zitterspinne Pholcus alticeps erstmals in Deutschland nachgewiesen (Dresden-Kaditz).

Die Kooperation erfolgt mit dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander König in Bonn.

Publikation: ASTRIN, J.J., HÖFER, H., SPELDA, J.,…,MUSTER, C. (2016): Towards a DNA barcode reference database for spiders and harvestmen of Germany. – PLoS ONE 11, e0162624. doi:10.1371/journal.pone.0162624

 

Das Jena Experiment

Das Jena-Experiment ist eines der längsten Projekte zur Untersuchung der Zusammenhänge von Biodiversität und Ökosystemprozessen. Auf einer ca. 10 ha großen Fläche in der Saaleaue bei Jena wurden seit 2002 über 400 experimentelle Grünlandgesellschaften etabliert. Um Interaktionen zwischen verschiedenen trophischen Ebenen aufzuzeigen werden auch Diversität und Biomasse ausgewählter Konsumentengruppen gemonitort. Seit 2010 bestimmen Theo Blick und ich die Spinnen des Jena-Experiments. Es wurden bereits über 90.000 Spinnen determiniert. Die Koordination der faunistischen Arbeiten liegt bei der Population Ecology Group der Friedrich-Schiller-Universität Jena.